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Mehr Tempo und weniger Risiken am Bau durch 
Entkopplung von Oberbelag und Untergrund


Auf einen Blick: 

  • Estrich bereits nach 2 statt 28 Tagen herkömmlicher Trocknungszeit belegen
  • Rissbildungen und Estrichverformungen ausschließen
  • Nachbesserungen durch ungleichmäßige Trocknung vermeiden
  • Gestaltungsfreiheit beim Fliesenlegen erhöht
  • Entkoppeln, abdichten und trittschalldämmen in einem Produkt
     

Zeit ist Geld. Das hat schon Benjamin Franklin anno 1748 jungen Kaufleuten als Rat mit auf den Weg gegeben. In Zeiten boomender Baukonjunktur gewinnt diese Erkenntnis aktuelle Bedeutung, denn gerade am Bau ist Zeit einer der wichtigsten Hebel für hohe Projekteffizienz und Wirtschaftlichkeit. 

Handwerker, Bauherren, Planer, Architekten und Bauingenieure müssen sich vor diesem Hintergrund die Frage gefallen lassen, warum sie immer noch und viel zu oft auf den Projektbeschleuniger Entkopplung beim Verlegen von Fliesen oder Naturstein verzichten. Dabei ist die Rechnung einfach: Durch Entkopplung von Oberbelag und Untergrund kann junger Estrich bereits nach 2 Tagen belegt werden. Das macht summa summarum gegenüber herkömmlicher 28-tägiger Austrocknung eine Einsparung von stattlichen 26 Tagen. Jeder mag für sich selbst ausrechnen, was das angesichts einer Vielzahl von Projekten pro Jahr bedeutet. 

Gleiches Argument maßgeblicher Zeiteinsparung gilt für Zementestriche, die durch sachgerechte Entkopplung bereits ab Begehbarkeit belegbar sind – ebenso wie AE Estriche, für die das bereits ab 3% Restfeuchte gilt. Heizestriche können ohne Aufheizen belegt werden.  

Beschleunigung und damit erheblicher Zeitgewinn ist aber nur eines von mehreren überzeugenden Mehrwerten, die Entkopplung am Bau zu einem willkommenen Treiber für mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit macht. Entkopplung beweist sich darüber hinaus als ein bedeutsamer Beitrag zu einer risikominimierten Bauausführung, indem Spannungsbildungen im Belag verhindert, Risse und Brüche vermieden sowie Wasserschäden vorgebeugt wird. Weil zudem Dehnfugen aus dem Estrich nicht an gleicher Stelle übernommen werden müssen, erhöht sich insbesondere bei größeren Formaten die Gestaltungsfreiheit deutlich. 
 

Blick in die Praxis: 

4 Wochen Warten auf trockenen Estrich….
In der Praxis liegen Oberbeläge wie Fliesen und Platten zumeist auf einem Estrich, mit dem sie fest verklebt werden. Zuvor muss der junge Estrich allerdings austrocknen. Und das dauert – in der Regel eben jene besagten 28 Tage. Das heißt: Über 4 Wochen Wartezeit, die den Fertigstellungstermin verzögern – und verteuern. 

…oder nach 2 Tagen bereits belegen
Wer entkoppelt, kann auf diese Wartezeit verzichten. Die zwischen Untergrund und Bodenbelag aufgebrachte Zwischenschicht in Form von Entkopplungsbahnen oder -matten, wie sie von oxiegen entwickelt werden, fängt nicht nur Spannungen, Schwingungen und Verschiebungen auf, sondern verkürzt vor allem den Start der Belegung: Statt nach 28 kann der Fliesenleger bereits zwei Tage nach dem Estrichleger zu Werke gehen. Bei Zementestrichen gilt das ab Begehbarkeit, auf Heizestrichen auch ohne vorheriges Aufheizen. 

Risiken durch Temperaturschwankungen ausschalten

Entkopplung ist aber nicht nur Tempomacher, sondern auch ein maßgebendes Instrument für den Schutz vor Risiken am Bau. Diese drohen bei der Verlegung von Fliesen und Platten insbesondere durch die unterschiedlichen Ausdehnungs-Koeffizienten von Fliesen und Estrich bei Temperaturveränderungen. Beide dehnen sich bei Erwärmung aus und ziehen sich bei Abkühlung wieder zusammen. Das geschieht allerdings in unterschiedlicher Form. Bei den Kennwerten, die das Verhalten eines Stoffes bei Temperaturveränderungen beschreiben, wird zwischen dem thermischen Längenausdehnungs-Koeffizienten und dem thermischen Raumausdehnungs-Koeffizienten unterschieden. Beide haben es in sich, wie ein Blick auf die folgende Tabelle verdeutlicht:
 

Untergrund/Belag

Ausdehnungs-Koeffizent
mm/mK*

Längenänderung
mm/m 30 K / 8 m Feldlänge** 

Zementestrich

0,012

2,880

Kunststein

0,030

7,200

Naturwerkstein

0,008

1,920

Feinsteinzeug

0,006

1,440



*) Das K bedeutet Kelvin und steht für die Temperaturdifferenz. Ausdehnungskoeffizient mm/mK bedeutet, dass sich das Bauteil bei 1 K Temperatur-Differenz um den Wert des Ausdehnungs-Koeffizienten je m Kantenlänge ausdehnt oder zusammenzieht.
**) Die Beispielrechnung basiert auf einer angenommenen Kantenlänge von 8 m und ein mm/m-Wert von 30 K.

Was sagt die Tabelle aus? Das Beispiel des Vergleichs zwischen Zementestrich und Fliese spiegelt wider, dass der Ausdehnungskoeffizient der Fliesen mit 0,006 mm/mK nur halb so groß ist wie der des Estrichs. Daraus folgert: Bei gleicher K-Zahl ist die thermische Längenänderung des Estrichs um 100 % höher als bei Fliesen. Kein Wunder also, dass es  durch diese sehr unterschiedlichen Längenänderungen zu Verschiebungen und Spannungen in der Klebeschicht kommt: Fliesen brechen in der Mitte durch, es entstehen Sprünge und Risse, in die Wasser eindringen kann. Fortschreitende Zerstörung ist die unliebsame Folge. Besonders gravierend kann sich das in gefliesten Außenbereichen auswirken, da hier die Temperaturschwankungen in Folge der wechselnden Jahreszeiten noch extremer spürbar werden können. Derartige temperaturbedingten Bewegungen werden durch Entkopplung aufgefangen. Da zwischen Oberbelag und Untergrund keine feste Verbindung mehr besteht, können sich Spannungen nicht nachteilig auf den Fliesenbelag auswirken.

Aber: Dehnfugen tun es doch auch…

Bedarf es der Einbringung einer Entkopplungsschicht, wenn doch die Dehnfugen im Estrich gleichermaßen geeignet sind, Spannungen aufzufangen? Gemach: In gewissen Grenzen vermögen Dehnfugen spannungsmindernd wirken. Mindern heißt aber nicht vermeiden – und eins ist auch zu bedenken: Je größer die Fliesen und die belegte Fläche, umso gravierender wirken sich unterschiedliche Längenänderungen bei Estrich und Fliesen aus. Also bleibt eigentlich nur ein sinnvoller Schluss: Mit Entkoppeln Risiken minimieren bzw. ausschalten.

Unkontrollierte Hydratation vermeiden 

Entkopplung setzt noch einen weiteren Akzent: Bei der Belegung mit einer Entkopplungsbahn erhärtet der Estrich gleichmäßig über den gesamten Querschnitt und löst damit das Problem der unkontrollierten Hydratation durch ungleichmäßigen Wasserentzug. Der tritt ein, wenn es bei freiliegendem Estrich an Stellen, wo das Wasser am schnellsten verdunstet – Oberfläche und Randbereiche – zu einer mangelhaften Festigkeitsentwicklung kommt. Die Folge: Konvexe und/oder konkave Verformungen und Rissbildungen. Zugluft auf offenen Baustellen fördert diese Negativentwicklung zusätzlich. 
Angesichts derartiger Estrichverformungen während der Trocknungsphase bleiben Nachbesserungen in Form von flächigen Ausgleichsspachtelungen nicht aus. Das kann aufwändig werden. Kommen dann noch Nachbesserungen für Risse und ähnliche Probleme hinzu, liegen die Kosten schnell über denen der Estrichherstellung. Eine frühzeitige Verlegung in Verbindung mit Entkopplung lässt derartige Probleme erst gar nicht entstehen.  

Gestaltungsfreiheit beim Verlegen von Fliesen erhöhen

Eine weitere Facette der Entkopplung betrifft die Möglichkeit, Dehnfugen im Estrich nicht in den Belag übernehmen zu müssen. So trägt Entkopplung dazu bei, auch die Gestaltungsfreiheit des Fliesenlegers zu erhöhen, denn er kann den Belag frei wählbar über die Dehnfugen im Estrich hinweg verlegen. Die Praxis beweist, dass sich beispielsweise durch eine Entkopplung mit oxiegen Panther-QE10 selbst Feldgrößen von bis zu 120 qm ohne Dehnfugen im Belag realisieren lassen. Natürlich muss dabei beachtet werden, dass die Dehnfuge im Estrich als saubere Dehnfuge erhalten bleibt und das gesamte Bauteil aus Estrich und Fliesenbelag durch eine ausreichend dimensionierte Randfuge von allen Wänden und sonstigen aufgehenden Bauteilen getrennt wird. 

Entkoppeln, abdichten und dämmen in einem

Last but not least soll nicht unerwähnt bleiben, dass Entkopplung über alle genannten Stärken hinweg ein Weiteres auszeichnet: Moderne Entkopplungsbahnen und -matten kombinieren die Entkopplungsfunktion mit Eigenschaften für das Abdichten und die Trittschalldämmung. Ein derartiges Multifunktionstalent ist beispielsweise das Produkt BIBER-BD20 Plus von oxiegen mit dem Stärken-Dreiklang von Abdichten, Entkoppeln und Trittschall-Reduzierung um bis zu 14db sowie der Wirksamkeit als Sicherheits- und Gleitebene bei Untergründen, die noch nicht die normale Verlegereife erreicht haben.
    
Autor: Heinfried Watermann, Gründer und Geschäftsführer oxiegen GmbH

Entkopplungsprodukte von oxiegen im Überblick:

PANTHER-QE10: Hochleistungsbahn aus Vlies, Quarzsand-Kunststoffgemisch und hochfestem Spezialgewebe, mit der Zementestriche können bereits ab dem Zeitpunkt der Begehbarkeit und Anhydritestriche bereits ab 3 % Restfeuchte mit Fliesen belegt werden können.

PANTHER-QE30/P: Unter Fliesen, Naturstein, Laminat und Parkett einsetzbare Trittschall- und Entkopplungsplatte mit besonders guter Wärmeleitfähigkeit, was zusätzliche Akzente für den Einsatz sowohl auf als auch unter Bodenheizungen setzt. 

PANTHER-QE30/SK: Auf Bodenflächen aus Holz, Beton, Estrichen (auch Heizestrichen) und Fliesen im Innenbereich einsetzbare Trittschall- und Entkopplungsplatte mit zusätzlichen positiven Eigenschaften wie guter Wärmeleitfähigkeit und Schalldämmung._ 

IQ200: Selbstklebende Hochleistungs-Entkopplungsbahn für ebene, oberflächentrockene und staubfreie Bodenflächen aus Holz, Beton, Estrichen, Fliesenbelägen, Kunststoffbelägen wie Linoleum, PVC, Beschichtungen, Farbanstrichen usw.

OBIBER-BD20 plus: Das Multitalent für Drinnen und Draußen mit dem Stärken-Dreiklang von Abdichten, Entkoppeln und Trittschall-Reduzierung.

OX-AE200: Gewebearmierte, wasserundurchlässige Entkopplungsbahn auf Bodenflächen aus Holz, Beton, Estrichen, Fliesenbelägen und dergleichen im Innen- und Außenbereich.

OX-DRAIN: Drainageplatte aus vlieskaschierten Noppenelementen für die Herstellung einer stabilen und druckfesten Dünnbettdrainage unter Fliesen und Natursteinen.

OX-EK100:  Gewebearmierte Entkopplungsbahn zum Herstellen wiederaufnehmbarer Beläge aus keramischen Fliesen, Platten und Naturstein auf ebenen und trockenen Boden- und Wandflächen aus Beton, Estrich, Putz, Trockenbaustoffen usw.

Hein und Fried

im Dialog Nützliches Wissen zum Thema Entkoppeln – locker präsentiert

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